Soziale Funktion eines Zaunes

Edelstahlzäune Zäune, Schmiedeeisenzäune, Tore ...

Soziale Funktion eines Zaunes

Ein Zaun heißt nicht nur Draht, Beton, Stahlfelder oder Holzlatten. Soziologisch betrachtet galten und gelten Zäune auch heute als ein wichtiges Element des sozialen Lebens.

Mit den ersten Umzäunungen hatten wir bei Ansiedlungen, Burgen, Städten zu tun. Wer sich hinter der Umzäunung befand, war in Sicherheit, weil er vor Wildtieren und aggressiven Nachbarn geschützt wurde. Schon lange her, als sich die ersten Menschenansammlungen bildeten, war die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ein wichtiges Element im Leben eines Individuums. Diese vergrößerte die Überlebenschancen. Ein Zaun sorgte also für das Sicherheitsgefühl und die Zugehörigkeit, Akzeptanz. Würde man tiefer eingehen, könnte man annehmen, dass ein Zaun die Grundbedürfnisse eines Menschen befriedigte, die in der Maslowschen Bedürfnispyramide enthalten sind.

In den uns näher liegenden Zeiten, oder auch heute, kann am Stadtrand, in Dörfern oder in Siedlungen mit Einfamilienhäusern eine andere sozialbezogene Funktion der Zäune beobachtet werden. Anhand des Zaunes selbst lässt sich vor allem viel über dessen Eigentümer sagen, wenn er selbstverständlich Einfluss auf das Design hatte und seine Wahl bewusst war. Eingeschlossene Personen, die Privatsphäre, Ruhe und Stille zu schätzen wissen, bauen hohe Steinmauern, Bretterzäune oder Betonzäune mit verbauten Feldern. Aufgeschlossene Personen dagegen, die Nachbarkontakte zu schätzen wissen, weltoffen sind, setzen auf niedrige, transparente Zäune, die ihnen Kontakt mit der Umgebung gewährleisten.

Unterschiede in Umzäunungen lassen sich auch zwischen Ländern bemerken und auf der Grundlage der dominierenden Zaunarchitektur kann Vieles über die Einwohner des gegebenen Landes gesagt werden. Zum Beispiel in Deutschland sind oft niedrige Zäune mit kleinen Pforten vorzutreffen, die leicht und einfach mit einem Sprung bewältigt werden können. Die Leute hinter den Zäunen lächeln ihre Nachbarn an, begrüßen freundlich sogar vorbeiziehende Fremde und in den Fenstern fehlt es sehr oft an Vorhängen, Rollos oder Jalousien. Dies zeugt von einer großen Offenheit der lokalen Gesellschaft, von großer Bedeutung der Beziehungen mit den Nachbarn und einer freundlichen Einstellung.

In Schweden sind die Grundstücke sehr oft überhaupt nicht eingefriedet, das Grundstücksgebiet wird nur subtil mit Pflanzen abgegrenzt. Diese Tendenz ist auch in Finnland zu beobachten. In diesen Ländern ist das soziale Kapital groß und die Leute vertrauen einander. Es ist darauf zurückzuführen, dass der Lebensstandard dort hoch ist, die Menschen glücklich sind und keine Gründe dafür haben, den Nachbarn schief anzugucken, wenn er sich ein neues Auto leistet.

Die allgemeine Tendenz zur Zaunarchitektur ist aber nicht einheitlich. Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Zäune und jede Art findet ihre Anhänger. Wir können zum Beispiel massive Mauern rund um die Grundstücke beobachten, etwas weniger monumentale Betonzäune aus Paneelen, aber auch „umgebungsfreundliche” Zäune aus Stabgittern, z.B. aus Edelstahl oder Schmiedeeisen.

Die Menschen haben sicherlich einen großen Bedarf, Grenzen zu setzen. Zwar möchten sie sich von den Nachbarn und der Umgebung nicht abwenden, aber es lässt sich hier nur schwer über soziales Kapital, Vertrauen sprechen.

Eine allzu gut bekannte Tradition ist natürlich der Streit um einen Feldrain, und bei jedem Zaun diskutieren die Nachbarn darüber, wie viele Zentimeter der Pfosten und wem raubt und ob das Zaunfeld mehr auf der einen oder der anderen Seite der Grenze zwischen den Grundstücken steht. Die Tür verschließen wir gerne mehr als nur einmal, ganz anders als in Schweden oder Finnland.

Damit wir aber den Zäunen keinen schlechten PR machen, muss hier erwähnt werden, dass sie die Menschen auch zusammenführen. In vielen Dörfern können wir noch Bänke an Zäunen beobachten. Auf diesen Bänken sitzen meistens ältere Menschen, um lokale Angelegenheiten durchzudiskutieren. Die Nachbarn treffen sich oft am Zaun, wenn es einen solchen nicht gäbe, hätten sie keine Gelegenheit dafür. Und der Zaun ermöglicht diese netten Floskeln - „wie geht es Ihnen?” oder „ich habe 10 Eier zu verkaufen”.

Zäune können also nicht nur teilen, trennen oder abgrenzen. Sie sorgten früher für das Sicherheitsgefühl und die Zugehörigkeit. Heute gelten sie als eine Linie, an der das Leben lokaler Gesellschaften blüht, es lohnt sich also nicht zu hohe Mauern aufzustellen.

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